Wunde ist nicht gleich Wunde

Was viele Patienten nicht wissen: Die Wundversorgung im Krankenhaus ist inzwischen aus gutem Grund so etwas wie „eine Wissenschaft für sich“, denn jede Wunde erfordert eine individuelle Behandlung – eine Schnitt- oder Bissverletzung zum Beispiel ein anderes Vorgehen als eine Verbrennung oder eine Verätzung mit Säure. Die Versorgung einer Wunde umfasst im auch mehr als Desinfektion und das Anlegen von Verbänden und Kompressen. Damit Wunden schnell abheilen, muss man zum Beispiel auf eine adäquate Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder die
Einstellung des Blutzuckers achten.

Um alle Aspekte der Behandlung von kleinen oder großen Blessuren systematisch zu erfassen, hat sich wurde im Hiltruper Krankenhaus ein eigener Arbeitskreis zum Thema Wundmanagement gebildet, in dem Mediziner, Pflegekräfte, Apotheker und Qualitätsmanager Behandlungsstandards entwickelten. 
Dieser umfassende Leitfaden ist auf den Stationen des Krankenhauses implementiert.

Wie wichtig ein funktionierendes Wundmanagement ist, zeigt sich besonders beim Blick auf Patienten, die unter chronischen Wunden leiden. Als chronisch werden Wunden definiert, die innerhalb eines Zeitraumes von sechs Wochen keine Abheilungstendenzen zeigen. Es gibt Krankheitsbilder, die das Entstehen von chronischen Wunden begünstigen. Diese Fälle hat das Wundmanagement im Herz-Jesu-Krankenhaus besonders im Blick.

Dazu gehören Durchblutungsstörungen, denn wenn das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, können Unterschenkelgeschwüre (»offenes Bein«) entstehen. Aber auch Diabetiker laufen Gefahr, schlecht heilende Wunden zu entwickeln. Sie leiden häufig an einer Nervenschädigung, die sie unempfindlich werden lässt gegen Schmerzen. Deshalb bemerken Zuckerkranke oft kleine Wunden nicht – vor allem, wenn sie an den Füßen auftreten, denn dort sind sie schlecht sichtbar. Aus diesen kleinen, scheinbar harmlosen Wunden kann sich schnell eine großflächige Schädigung des Gewebes entwickeln. Nicht weniger gefürchtet sind die Druckgeschwüre, medizinisch Dekubitus genannt. Sie entstehen, wenn Druck auf die Haut einwirkt, so dass das Gewebe nicht mehr richtig durchblutet wird. Das betrifft häufig Patienten, die bettlägerig und in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt sind.

Um Wunden erst gar nicht chronisch werden zu lassen, beginnt das Wundmanagement im Herz-Jesu-Krankenhaus bereits bei der Aufnahme der Patienten. Liegt ein Hautdefekt vor, wird eine Beschreibung der Wunde vorgenommen. Stellt sich heraus, dass eine Grunderkrankung für die chronische Wunde verantwortlich ist, dann erfolgt die weitere Behandlung im interdisziplinären Team. Beispiel Diabetes: Weil die Zuckerkrankheit die Wundheilung beeinträchtigt, wird auch ein Diabetologe in die weitere Versorgung eingebunden.

Zwecks umfassender Dokumentation des Wundheilungsverlaufs werden die Wunden auch fotografisch erfasst.
 

Emilie Buhl

Wundtherapeutin

Ruth Heitmann

Wundtherapeutin

Kontakt

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Ingo Budweg
(Unfall-, Hand- und orthopädische Chirurgie)
Tel: 02501-17 2401 (Sekretariat)

Andreas Serwas
(Innere Medizin, Diabetologie DDG)
Tel: 02501-17 2441 (Sekretariat)

Verantwortliche Chefärzte:
Priv.-Doz. Dr. Anton Gillessen
(Innere Medizin)
Dr. Friedrich Georg Scherf
(Unfall-, Hand- und orthopädische Chirurgie)