Vor- und Nachteile

Es gibt nur wenige Gründe, die gegen eine Bauchfelldialyse sprechen, aber viele Argumente dafür. Kontraindikationen sind:

  • ausgedehnte Voroperationen, die aufgrund entstandener Verwachsungen zu einer nicht ausreichenden Verteilung der Spüllösung im Bauchraum führen können
  • chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
  • große Darmdivertikeln sowie Bauchfell- oder Zwerchfellbrüche, die operativ nicht zu beheben sind.


Für alle anderen Patienten bringt die Peritonealdialyse neben der größeren Unabhängigkeit weitere Vorteile. Der Dialysefilter (Dialysator) bei der Blutwäsche ist zwar von seinem Leistungsvermögen dem Bauchfell als „natürlichem“ Filter überlegen, doch das wird durch die Dialysedauer der Peritonealdialyse (es wird ja 24 Stunden pro Tag kontinuierlich dialysiert) ausgeglichen. Daher gibt es so gut wie nie das bei Hämodialysepatienten so unbeliebte „Kalium-Thema“. Erhöhte Kaliumwerte sind bei dieser Dialyseform die absolute Ausnahme. Die Leistungsfähigkeit der Bauchfelldialyse wird im Zentrum regelmäßig kontrolliert. Das geschieht über den sogenannten PET-Test, der halbjährlich durchgeführt wird.

Während die Urinausscheidung („Restausscheidung“) bei den meisten Patienten mit Hämodialyse rasch zurückgeht und nach einiger Zeit in der Regel komplett versiegt, bleibt sie mit Peritonealdialyse länger erhalten. Dadurch erhöht sich auch die erlaubte Trinkmenge (ein meist unerfreuliches Kapitel bei der Hämodialyse). Ganz entscheidend ist außerdem, dass man durch dieses Verfahren die verbliebene Nierenrestfunktion (ca. 5-10 % an eigener Restfunktion besteht ja noch zu Beginn der Dialyse) besser erhalten kann. Dies erklärt auch die höhere Überlebensrate innerhalb der ersten 2-3 Jahre im Vergleich zur Hämodialyse. Nach ungefähr 6-7 Jahren ändert sich dieser Trend jedoch zugunsten der Hämodialyse.
Ein Nachteil der Pertonealdialyse ist der Verlust von Eiweißen und Vitaminen und die gleichzeitige Zufuhr von Kohlenhydraten (Kalorien) über die Spüllösung. Daher kommt der Ernährung große Bedeutung zu. Inzwischen gibt es aber auch neu entwickelte Dialyselösungen, die auf Glukose (Zucker) als osmotische Substanz verzichten und stattdessen Aminosäuren (Eiweiße) oder Kunstzucker benutzen.

Die Bauchfelldialyse kann viele Jahre durchgeführt werden, wenn auch nach fünf bis sieben Jahren bei rund einem Viertel der Patienten die Leistungsfähigkeit der Bauchfellmembran erschöpft ist und ein Wechsel auf die Hämodialyse erfolgen muss. Da aber ein Großteil der Patienten zur Nierentransplantation angemeldet wird und zurzeit die durchschnittliche Wartedauer auf ein Organ 6 Jahre beträgt, spielt die eingeschränkte „Lebensdauer“ der Bauchfellmembran heutzutage keine wesentliche Rolle mehr.
Die Peritonealdialyse ist daher

  • aufgrund der besser erhaltenen Nierenrestfunktion
  • des besseren Flüssigkeits- und Mineralhaushaltes
  • der in der Regel besseren Blutdrucksituation
  • und nicht zuletzt aufgrund der erhaltenen Urinproduktion (wichtig für die Harnblase bei der Transplantation)

für geeignete Patienten die optimale Dialyse auf dem Weg zur Transplantation.

Kontakt

Pflegerische Leitung:
Anna Schulz

Terminvereinbarung zur Dialyse
Tel: 02501 - 17 2540/ 2541