Zwei chirurgische Verfahren stehen uns zur Behebung des Leistenbruchs zur Verfügung: Die („konventionelle") offene und die minimal-invasive Operationstechnik.

Offene Operation
Dabei wird über einen Hautschnitt in der Leiste der Leistenkanal eröffnet, der Bruchsack vom Samenstrang, den Hodengefäßen oder vom Mutterband gelöst und abgetragen und zur Bauchhöhle hin mit einer Naht verschlossen. Anschließend wird auch der eröffnete Leistenkanal wieder mit Nähten verschlossen und abschließend die Haut genäht. Bei beidseitigen Brüchen ist ein Schnitt in beiden Leisten erforderlich, meistens werden sie als zwei getrennte Operationen in zeitlichem Abstand durchgeführt.

Minimal-invasive Operation (Laparoskopie)
Wir bieten seit einiger Zeit ein neues Operationsverfahren an: die laparoskopische Herniorrhaphie. Darunter versteht man die Versorgung eines Leisten- oder Wasserbruchs über eine Bauchspiegelung. Diese moderne Methode hat die herkömmlichen Operationen durch große Bauchschnitte weitgehend ersetzt. Das neue Verfahren ist schonender als die Operation über einen Leistenschnitt und die Versorgung beidseitiger Leistenbrüche ohne zusätzliche Schnitte oder gar eine zweite Operation problemlos möglich.

Dieses Verfahren eignet sich für Kinder ab dem 6. Lebensmonat bis zum 8. Bis 10. Lebensjahr (je nach körperlicher Entwicklung). Bei sehr adipösen oder deutlich älteren Kindern scheint das herkömmliche Verfahren sicherer zu sein.

Wie verläuft der minimal-invasive Eingriff?
Über einen winzigen Schnitt im Nabelgrübchen führen wir eine Videokamera (5 mm Durchmesser) in die Bauchhöhle ein. Beide Leisten und der gesamte übrige Bauchraum werden zunächst genau untersucht. Zum Verschluss des Leistenbruchs führen wir 2 weitere Instrumente (2 mm Durchmesser) ein; die Lücke in der Leiste verschließen wir dann mit einer Naht (ebenso ggf. auch die Lücke in der anderen Leiste). Die winzigen Wunden in der Bauchdecke werden nicht genäht, sondern mit einem Hautkleber verschlossen. Es müssen daher später auch keine Fäden gezogen werden. Bei überraschenden, sehr komplizierten Befunden oder bei Zwischenfällen kann es jedoch erforderlich sein, von der Bauchspiegelung Abstand zu nehmen und auf die herkömmliche Operationsmethode mit einem Schnitt umzusteigen.

Was ist nach der minimal-invasiven Operation zu beachten?
Der Eingriff erfolgt grundsätzlich in Vollnarkose und als ambulante Operation. Nur bei Komplikationen, länger
anhaltenden Schmerzen, häufigem Erbrechen oder familiären Gründen bleibt das Kind über Nacht im Krankenhaus.

Eine Nachuntersuchung erfolgt am ersten Tag nach der Operation beim Hausarzt oder Kinderarzt. Natürlich können Sie Ihr Kind auch bei uns zur Kontrolle vorstellen. Eine körperliche Schonung ist in der Regel nicht erforderlich. Lediglich bei älteren, sehr aktiven Kindern empfehlen wir eine Sportpause von rund 14 Tagen.

Bereits einen Tag nach der Operation können die Kinder wieder ganz normal essen. Auch Duschen ist am 1.
postoperativen Tag wieder möglich. Verbände sind nicht erforderlich, da der zum Wundverschluss benutzte Hautkleber die Wunde auch nach außen abdeckt. Der Besuch von Kindergarten oder Schule sollte von etwaigen Beschwerden abhängig gemacht werden, ist in der Regel aber ab dem 2. oder 3. Tag nach dem Eingriff wieder möglich.

Klinik Chirurgie I

Ärztliche Leitung:
Prof. Dr. Rüdiger Horstmann

Chefarztsekretariat
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