Spezielle Therapieverfahren

Plasmapherese / Immunadsorption
Wie wir heute wissen, werden viele schwere Krankheiten des menschlichen Körpers durch krankmachende Antikörper (eigentlich: Abwehrstoffe) ausgelöst. Hierzu gehören eine ganze Reihe von Erkrankungen des Nervensystems, wie zum Beispiel Myasthenie, Multiple Sklerose, Polyneuropathien.
Mit der Tryptophan-Immunadsorption und auch mit dem sogenannten ADASORB-Verfahren können wir diese pathologischen Antikörper unmittelbar aus der Blutbahn entfernen, so dass sich Lähmungen bessern, Schmerzen verschwinden oder Sehstörungen behoben werden. Diese, der Dialyse ähnlichen Spezialverfahren setzen wir in enger Zusammenarbeit mit unserer Klinik für Neurologie ein.

Hämodialyse (Blutwäsche)
Die bekannteste Form der Blutwäsche ist die Hämodialyse. Dabei fließt das Blut in ein Gerät, wird dort gefiltert und gereinigt, bevor es wieder in den Körper zurückgeleitet wird.

Die Hämodialyse ist ein Nierenersatzverfahren, das die Filterfunktion der Niere langfristig ersetzen kann. Dazu kommen die Patienten in der Regel dreimal wöchentlich für 4-6 Stunden in unser Dialysezentrum. Für Berufstätige (und auf besonderen Wunsch) bieten wir auch eine Spätdialyse sowie eine Dialyse über Nacht an. Die langen Dialysezeiten über Nacht gewährleisten eine besonders schonende und effiziente Entgiftung. Hier gilt: „Viel (Dialyse) hilft viel!“

Um die Blutwäsche durchzuführen, wird zuvor operativ ein Zugang zum Blutgefäßsystem geschaffen. Wir bieten in enger Kooperation mit den Gefäßchirurgen unseres Hauses mehrere Möglichkeiten an:
* einen getunnelten, sogenannten Vorhofkatheter, der zumeist im oberen Brustkorbbereich angelegt wird
* einen Shunt (eine operativ angelegte Punktionsstelle, verlinken mit Chirurgie)
* als Fistel mit eigenen Blutgefäßen oder als Kunstader (PTFE-Gefäßersatz).

Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse)
Dieses Dialyseverfahren hat den Vorteil, dass die Patienten es selbst „in Eigenregie“ durchführen können. Das macht unabhängiger und freier und kann daher eine sinnvolle Alternative zur Hämodialyse sein. Auch Erkrankung und Beruf lassen sich mit diesem Verfahren besser vereinbaren. Bei Kindern ist die Peritonealdialyse das Verfahren der Wahl. Und aus medizinischer Sicht ist sie ebenfalls empfehlenswert, denn mit ihrer Hilfe bleibt die Restfunktion der Niere länger erhalten. (Mehr zu Vor- und Nachteilen lesen Sie hier).

Bei der Peritonealdialyse nutzt man das Bauchfell – eine körpereigene Membran – als Filter. Das Bauchfell (Peritoneum) ist eine dünne Haut. Es kleidet die Bauchhöhle aus und umschließt die Organe. Wegen seiner großen Oberfläche (rund zwei Quadratmeter) und der guten Durchblutung können die Abfallstoffe des Blutes leicht an eine Dialyselösung abgegeben werden.
Damit die körpereigene Blutentgiftung möglich wird, implantiert man dem Nierenkranken endoskopisch einen Katheter in die Bauchdecke. Hieran wird der Beutel mit der Dialyseflüssigkeit – rund zwei Liter einer sterilen Lösung – angeschlossen. Die Flüssigkeit fließt langsam in den Bauchraum. Wasser und Schadstoffe wandern vom Blut durch die Bauchfell-Membran in die Dialyseflüssigkeit. Muss der Beutel gewechselt werden (alle fünf Stunden), dann wird zunächst die alte Flüssigkeit über den Katheter abgelassen, bevor die neue dem Körper zugeführt wird. Dieses Verfahren nennt man Continuierliche Ambulante PeritonealDialyse  = CAPD). Duschen ist im Übrigen erlaubt und gewünscht. Da kontinuierlich dialysiert wird (es befindet sich ja immer Dialysespüllösung im Bauchraum), wird der Körper schonend und gleichmäßig entgiftet.

Alternativ können Patienten auch die so genannte Cyclermethode anwenden, bei der eine kleine Maschine eine automatisierte nächtliche Behandlung (Automatisierte PeritonealDialyse=APD oder CCPD) durchführt. Dabei werden von dem Apparat (Cycler) in mehreren Portionen insgesamt 10-15 Liter Dialysat über Nacht gewechselt. Tagsüber sind keine eigenen (manuellen) Dialysatwechsel nötig.

Damit die Peritonealdialyse komplikationslos gelingt, schulen wir unsere Patienten ausführlich und begleiten sie durch Hausbesuche in der ersten Zeit. Jeder Patient erhält einen individuell abgestimmten Therapieplan. Regelmäßige Termine in unserer Peritonealdialyseambulanz helfen, die Therapie sicher zu machen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch wenn die Therapie zu Hause erfolgt, lassen wir unsere Patienten niemals allein: ein 24-Stunden-Rufdienst (Arzt und Dialysepflegekraft) steht an allen Tagen des Jahres zur Verfügung.

Hämofiltration
Im Rahmen der intensivmedizinischen Betreuung schwersterkrankter Patienten mit Organversagen muss bei akutem Nierenversagen durch dieses kontinuierliche, kreislaufschonende Verfahren häufig kurzfristig die Entgiftung und Entwässerung des Körpers gewährleistet werden.

Weitere Informationen über Dialysemöglichkeiten im Herz-Jesu-Krankenhaus erhalten Sie hier.

Klinik: Nephrologie

Ärztliche Leitung
Dr. Wolfgang Clasen

Chefarztsekretariat
Sabine Goschke
Telefon 02501-17 2551
Stefanie Borgmann
Telefon 02501-17 2553

Fax: 02501-17 2552

E-Mail an die Nephrologie


Interne Notaufnahme
Tel: 02501-17 2800
nach 20 bis 6 Uhr
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Ärztliche Hotline
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Terminvereinbarung für die Dialyse
(auch Feriendialyse)
Tel 02501 - 17 2540/ 2541
Stationsleitung: Sr. Anna Schulz


Sprechstunde für Bluthochdruck
und Herz-Kreislauferkrankungen

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Privatsprechstunde
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Transplantationssprechstunde
Terminvereinbarungen über das Sekretariat Tel: 02501-17 2551