Isoliereinheit – Der Bereich der geschlossenen Türen

Die so genannte Infektionspflege ist eine anspruchsvolle Aufgabe für das Fachteam und eine besondere Situation für unsere Patienten

Auf der Isolierstation werden Patienten versorgt, die aufgrund einer (hoch-)infektiösen Erkrankung isolierpflichtig sind. Das können beispielsweise Menschen mit multiresistenten Erregern (z. B. MRSA, 4 MRGN, VRE oder auch EHEC) sein oder auch Patienten mit Verdacht auf Meningitis und TBC. Auch wenn ein Verdacht auf Infektion durch Noro- oder Influenzaviren besteht, ist eine Unterbringung in diesem Bereich angezeigt. Durch diese spezielle Isoliereinheit wird sicher gestellt, dass Patienten und Besucher auf den "Normalstationen" nicht mit diesen Erregern in Kontakt kommen können.

Besucher werden die besondere Atmosphäre zunächst als etwas befremdlich empfinden. Während auf anderen Stationen die Zimmertüren für jedwede Verrichtung manchmal in Minutenabständen geöffnet und wieder geschlossen werden, gilt für die Isolierstation das Gegenteil. Hier werden die Türen zwecks Vermeidung von Verbreitung der Infektion so wenig wie möglich geöffnet. Zu erledigende pflegerische Verrichtungen möglichst sinnvoll mit den persönlichen Wünschen der Patienten zu verbinden, ist hier tägliche Logistikleistung.

Das Pflegepersonal muss sich jedes Mal komplett neu in Schutzkleidung hüllen, bevor es die Zimmer betritt. Kittel, Handschuhe, Mundschutz und  Haube werden nach genauen Vorgaben angelegt, bevor man durch die Schleuse ins Patientenzimmer geht. Hier wird gut überlegt, was man alles in ein Zimmer mitnehmen muss, denn wer etwas vergisst, kann nicht einfach wieder hinauslaufen. Die Schutzkleidung wird erst vollständig ausgezogen – auch nach ganz genau geregelter Reihenfolge – und entsorgt, bevor die Pflegenden wieder auf den Flur gehen.

Nichts kann einfach so von einem Zimmer ins nächste transportiert werden. Deshalb verfügt auch jedes einzelne Zimmer über eine feste Grundausstattung an Utensilien für die Krankenpflege. Grundgereinigt wird das komplette Zimmer samt Einrichtung, wenn der Patient die Station verlassen hat.
 
Das Konzept wurde von einem interdisziplinären Fachgremium des Herz-Jesu-Krankenhauses selbst entwickelt. Im „Handlungsleitfaden zum Umgang mit Infektionspatienten und Isolationsmaßnahmen“ findet man zum Beispiel die verschiedenen Stufen der Isolationsunterbringung  je nach Erkrankung und Übertragungsweg. Ebenfalls ausgewiesen ist eine besondere  Zufahrtsmöglichkeit, um hochinfektiöse Patienten nicht quer durchs ganze Krankenhaus fahren zu müssen. Fortbildungen für das Fachpersonal sind im Standard ebenso festgelegt wie auch der genaue Ablauf der Absprache zwischen Medizinern, Hygienikern und Fachpflegepersonal bei der Entscheidung über die Aufnahme eines Patienten auf der Isolierstation.

Für die betroffenen Patienten ist die Isolationsunterbringung meist eine schwierige Phase. Wenn die Patienten überhaupt einmal das Zimmer verlassen dürfen, dann nur unter großen Auflagen. Besucher müssen klingeln, um eingelassen zu werden, und erhalten eine Einweisung  in die Handhabung der Schutzkleidung.

Für viele kommt die Unterbringung überraschend, weil möglicherweise erst hier im Krankenhaus ein Keim bei Ihnen gefunden wurde. Für die Betroffenen oft ein kleiner Schock, manche empfinden auch unnötigerweise etwas Scham. Unser Fachpersonal weiß um diese Sensibilitäten und tut trotz der hygienisch begründeten begrenzten Möglichkeiten alles, damit die Patienten sich hier entspannt und gut aufgehoben fühlen.

Matthias Felschen

Stationsleitung