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Adipositas-OP: Mehr Lebensqualität, höhere Lebenserwartung

Patientenseminar im Herz-Jesu-Krankenhaus: Netzwerk des Adipositas-Centrums Münster beleuchtete Erkrankung aus verschiedenen Perspektiven / Unterstützung bei der Gewichtsabnahme

Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Vortragsaal im Herz-Jesu-Krankenhaus beim Patientenseminar „Adipositas: operative Therapie“. Die hohe Teilnehmerzahl stellte zweierlei unter Beweis: Übergewicht ist inzwischen zu einer Volkskrankheit geworden. Und im Kampf gegen diese Krankheit genießt das Adipositas-Centrum Münster mittlerweile auch überregional einen guten Ruf. Denn die vielen Zuhörerinnen und Zuhörer kamen nicht nur aus der Westfalenmetropole, sondern auch aus dem Umland.

Ein Netzwerk zur Unterstützung

In einem waren sich alle Referentinnen und Referenten einig: Eine operative Therapie ist immer das letzte Mittel der Wahl. „Sie wirkt nur unterstützend. Kämpfen müssen Sie selbst“, stellte Prof. Dr. Rüdiger Horstmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral und Gefäßchirurgie sowie Leiter des Adipositas-Centrums Münster im Herz-Jesu-Krankenhaus, fest. Die Veranstaltung machte vor allem deutlich: Bei dem Kampf, dauerhaft gegen die Pfunde anzugehen, hilft ein Netzwerk, das aus Medizinern, Ernährungsberatern, Bewegungstherapeuten und Selbsthilfegruppen besteht. Ihr gemeinsames Ziel: Lebensqualität erhöhen, Begleiterkrankungen in den Griff bekommen und so die Lebenserwartung erhöhen.

Veränderung der Ernährungsgewohnheiten

Ein entscheidender Punkt bei der Gewichtsreduktion ist die Veränderung von Ernährungsgewohnheiten. Diäten helfen jedoch beim Abnehmen nicht. Ganz im Gegenteil: „Sie machen dick“, fasste Diätassistentin Petra Neubauer kurz und bündig zusammen. Und unterstrich dies noch durch den ebenso treffenden wie bedauernden Satz einer Patientin: „Ach, würde ich doch noch so viel wiegen, wie bei meiner ersten Diät.“ Wer nachhaltig sein Gewicht reduzieren will, kommt an einer Änderung seines Lebensstils nicht vorbei. Das bedeutet jedoch nicht zu hungern: Drei ausgewogene, eiweißreiche Mahlzeiten am Tag, eine ausreichende Trinkmenge sowie Bewegung sind die Grundlage, um langfristig Gewicht zu verlieren.

Diabetes - eine besondere Herausforderung

Für Menschen, die aufgrund ihres Übergewichts an Diabetes erkrankt sind und Insulin benötigen, ist es besonders schwierig, Gewicht zu verlieren, unterstrich Theresia Schoppe. Sie arbeitet als Ernährungs- und Diabetesberaterin in der Schwerpunktpraxis für Diabetes und Ernährungsmedizin von Dr. Winfried Keuthage in Münster. Verschiedene Gruppenkurse, die das Team der Praxis anbietet, können Menschen mit Adipositas dabei helfen, das Gewicht zu senken und auf diese Weise die Zuckererkrankung zu bessern. Diabetes-Patienten profitieren jedoch besonders von einer Magenbypass-Operation: In der Regel normalisiert sich bereits wenige Tage nach dem Eingriff die Hormonsituation. Und ein Großteil der zuvor insulinpflichtigen Menschen benötigt später keine Medikamente mehr.

Langer Weg zur Operation fordert Geduld

Wer für sich eine Operation in Erwägung zieht, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören im Vorfeld konservative Maßnahmen, wie eine Bewegungs- und Ernährungstherapie und der Besuch einer Selbsthilfegruppe. „Diese Phase der Vorbereitung ist wichtig, denn man braucht Geduld und auch Wissen, um seinen Lebensstil dauerhaft zu ändern und sich auf die Erfordernisse nach dem Eingriff einzustellen. Wir wollen nicht Ihren Bauch, sondern Ihren Kopf“, brachte es Dr. Barbara Stöckmann aus der Schwerpunktpraxis für Innere Medizin und Ernährungsmedizin in Münster auf den Punkt. Genauso wichtig wie die Vorbereitung ist aber auch die Nachsorge. Dr. Birgit Schilling-Maßmann aus der Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin in Leeden zeigte an einigen Beispielen, wie schnell das Gewicht wieder ansteigen kann und sich erneut Begleiterkrankungen einstellen, wenn die Nachsorge vernachlässigt wird. Denn Adipositas ist eine chronische Erkrankung. „Sie ist nicht heilbar, aber behandelbar. Und deshalb sollten Patienten nicht nur die Nachsorgetermine wahrnehmen, sondern auch die Ernährungstherapie fortführen“, appellierte die Ernährungsmedizinerin.

Zwei Operationsverfahren

Prof. Dr. Rüdiger Horstmann stellte die beiden Verfahren der Adipositaschirurgie vor. Wie erfolgreich eine Magenschlauch- oder Magenbypass-Operation sein kann, unterstrich er mit beeindruckenden Zahlen aus dem eigenen Haus. In den Jahren 2016 und 2017 wurden 123 Menschen mit Adipositas im Herz-Jesu-Krankenhaus operiert. Nach einem Jahr war bei ihnen das Durchschnittsgewicht von 139 auf 99 Kilogramm gesunken. Auch Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe oder Sodbrennen waren bei dem überwiegenden Teil der Patienten deutlich verbessert. Und wie sieht es mit einer Straffungsoperation aus, wenn überschüssige Haut Probleme bereitet? Darüber gab Dr. Irina Herren Auskunft. Sie ist Leitende Ärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie im Marien-Hospital Lüdinghausen. Wichtig sei es, so die Medizinerin, realistische Erwartungen zu haben. Und sie versprach Unterstützung dabei von den Krankenkassen eine Kostenübernahme zu erreichen.

Besonders beeindruckend war das abschließende Gespräch, das Dr. Canan Toksoy, Fachärztin für Viszeralchirurgie und Spezielle Viszeralchirurgie sowie Leiterin der Adipositas-Sprechstunde im Herz-Jesu-Krankenhaus, mit zwei operierten Patienten führte. Die Vorher-Nachher-Bilder sorgten für Raunen im Publikum. Und die beiden unterstrichen, wie gut es ihnen heute geht. Bereut, betonten sie, hätten sie ihren Schritt nie. Ganz im Gegenteil: Er war die Entscheidung ihres Lebens.  

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