Donnerstag, 08.09.2016

Dr. Claus Classen im Ruhestand

Die Stimmung bei der Verabschiedung vom chirurgischen Oberarzt Dr. Claus Classen war auf beiden Seiten deutlich wehmütig, ging doch ein allseits geschätzter und beliebter Kollege nach über 30 Jahren HJK in den Ruhestand. Dafür, dass dann doch gleich zu Anfang herzlich gelacht wurde, sorgte der Ärztliche Direktor und gleichzeitig Classens Ex-Chef, Prof. Dr. Rüdiger Horstmann, durch ein Zitat aus der Bewerbung des jetzigen Neu-Ruheständlers.

Chefchirurg Horstmann las aus der Bewerbung des damaligen (1986) Berufsanfängers an das Herz-Jesu-Krankenhaus vor, dass der junge Bewerber im Falle einer Anstellung durchaus geneigt wäre, auch drei, vier Jahre im Hause zu bleiben. Aus dem Gelächter der zahlreich erschienenen Kollegen war der Einwurf zu hören: "Da hat er wohl die Nullen vergessen!" Auch im anschließenden Kurzdurchlauf von Classens Werdegang gelang es seinem Nicht-mehr-Chef Horstmann, einige Aspekte (Truppenarzt in der Handorfer Kaserne, der Kurzstopp als Internist drei Monate in Linz oder das Promotionsthema) amüsant zu kommentieren und humorvoll Rückblick zunehmen.

Dennoch kommt man bei einem Kollegen wie Dr. Claus Classen, dem leidenschaftlichen Chirurgen, nicht umhin, ernstere Töne anzuschlagen, wenn es um die Würdigung seines ärztlichen Wirkens, seiner kollegialen Haltung und seiner charakterlichen Werte geht.
Hier verwiesen alle Redner, ob Geschäftsführer Berthold Mathias, Horstmann oder sein Chefkollege der Chirurgie 2, Dr. Friedrich Georg Scherf, auf Classens Unermüdlichkeit, sein klagloses Engagement, seine Gewissenhaftigkeit und vor allem sein ausgeglichenes, angenehmes und von allen geschätztes Wesen.

Neben vielen weiteren ehemaligen und bereits vorab im HJK verabschiedeten beruflichen Weggefährten hatte es sich auch der erste Chef von Classen im HJK, Prof. Dr. Paul-Hermann Krasemann, nicht nehmen lassen, den Oberarzt, den er damals für mindestens "drei, vier Jahre" einstellte, mit seiner Anwesenheit beim Abschied zu ehren. Mit Wärme bekundete Krasemann die Richtigkeit seiner Entscheidung für den Bewerber: "Medizin studieren kann jeder. Zum Arztsein gehört mehr. Ich wollte den Kerl haben!"

Rückblick auf erfülltes Berufsleben

Der sich seit wenigen Wochen im Amt des Ruheständlers befindende Classen berührte seine Gäste spürbar mit seinem persönlichen Rückblick auf geschätzte 3600 Dienste im HJK. Sicher sei der Einsatz nicht immer einfach gewesen und habe auch Spuren hinterlassen, aber letztendlich zähle - und hier galt sein Dank der Leitung des Hauses - dass er in seiner Arbeit jahrelange Erfüllung gefunden habe. Classen ließ bei seinen Dankesworten keinen Zweifel daran, dass viele Menschen mitgetragen haben, um diese Erfüllung zu ermöglichen. Das gelte für seine Familie genauso wie für die verschiedene Teams des HJK, die Kollegen auch aus den anderen Fachabteilungen und vor allem den Chefs, die ihn förderten und ihm die große Freiheit gewährt hätten, seinen eigenen Stil und eigenen Weg zu verwirklichen. "Das", so Classen, "ist nicht selbstverständlich.“ Sein wunderbares Team werde er sehr vermissen, bekundete Classen und legte seinen „HJK-lern“ ans Herz: "Bleiben Sie alle so gut miteinander verbunden, leben sie weiter wie bisher das Miteinander in dieser hier so ganz eigenen Atmosphäre der Freundlichkeit." Die Resonanz kam in Form eines lange nicht enden wollenden Applauses.