Hammer- und Krallenzehen

Bei der so genannten Hammerzehe verkürzen sich die Sehnen, so dass der Zeh sich verkrümmt und es zu einer Fehlstellung im Mittelgelenk kommt. Bei den Krallenzehen kommt außerdem noch eine Fehlstellung im Grundgelenk hinzu. Ursache dieser Fehlstellungen ist meist ein angeborener Hohlfuß.

Von der Hammer- oder Krallenstellung können alle Zehen betroffen sein. Während die Großzehe zu den anderen Zehen gedrückt wird, werden die übrigen Zehen vorne gestaucht. Dadurch kommt es zu einer Überstreckung der Grundgelenke und zur Beugung der Mittel- und Endgelenke.

Die konservative Behandlung ist schwierig und langwierig. Erschwerend kommt hinzu, dass die Veränderungen, die durch die Hammerzehen hervorgerufen werden, häufig zum Entstehen eines Hühnerauges (Klavus) führen. Enges Schuhwerk erhöht den Druck auf das Hühnerauge, das sich dadurch entzünden und schlimmstenfalls zu einem offenen Geschwür entwickeln kann. Deshalb ist häufig eine operative Therapie das erste Mittel der Wahl.

Operative Therapie

Wenn das Mittelgelenk noch gut beweglich ist und eine ausreichende Zehenlänge besteht, können wir die Fehlstellung dadurch beheben, dass wir die Beugesehne quasi auf die Streckseite des Grundgliedes umlagern (so genannter Beugesehnentransfer).

Bei den meisten Patienten sind jedoch zum Operationszeitpunkt die Mittelgelenke bereits unbeweglich geworden. Dann müssen wir zur Beseitigung der Fehlstellung Eingriffe am Knochen vornehmen. Bei der Hammerzehe entfernen wir in der Regel das Grundgliedköpfchen und – falls vorhanden – auch zugleich das Hühnerauge. Die Zehe wird dann für 2 Wochen über einen Drahtstift fixiert.

Bei der Krallenzehe besteht die wesentliche Fehlstellung im Zehengrundgelenk, so dass in diesen Fällen die Entfernung der Grundgliedbasis empfohlen wird. Häufig sind zusätzlich Eingriffe an der Gelenkkapsel erforderlich. Auch bei diesem Eingriff wird die Zehe für 2 Wochen über einen Draht fixiert.

Der Heilungsprozess verläuft bei beiden Eingriffen in der Regel unproblematisch.

Nachbehandlung

Hammer- und Krallenzehenoperationen sind in der Regel ambulant möglich. Nach dem Eingriff erhalten die Patienten einen speziellen Schuh, der den Vorfuß entlastet. Dadurch können wir direkt nach dem Eingriff mit der Mobilisierung beginnen, damit die Patienten schnell wieder Beweglichkeit zurückgewinnen. Zwei Wochen nach dem Eingriff entfernen wir dann sowohl die Fäden als auch den Fixierungsdraht. Dann kann auch bald wieder normales Schuhwerk getragen werden.