Klinik für Geburtshilfe

Dr. Joachim Zucker Reimann, Chefarzt

Liebe werdende Mütter und Väter,

wir betreiben eine familienorientierte individualisierte Termingeburtshilfe ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche (ab vier Wochen vor Termin). Es erfolgt die Behandlung aller Schwangerschaftserkrankungen sofern sie nicht für ein Perinatalzentrum verlegungspflichtig sind.

Im Rahmen unserer integrativen Wochenbettpflege werden Sie und Ihr Baby in Kooperation mit dem Hebammenteam, der Laktationsberaterin und den Diätassistentinnen betreut. Individuelle 1:1 Wochenbettgymnastik leistet die Physiotherapie. Für die Betreuung der Neugeborenen haben wir eine Kooperation mit der Abteilung für Neonatologie des St.Franziskus-Hospitals in Münster im Rahmen der fachpädiatrischen Betreuung und Routineuntersuchung (U2). Bei Bedarf kann jederzeit der Baby-Notarzt zur Geburt hinzugezogen werden. Die Säuglings-Hüft-Sonographie erfolgt in Kooperation mit der orthopädischen Praxis Drs. med. Grewe und Zeggel, Münster.

Corona-Regelung für Besuche

Kreißsaal und Wochenbettstation

Aktueller Stand unserer Besuchsregelung:

  • werdende Väter oder 1 Bezugsperson dürfen im Kreißsaal bzw. Sectio bei der Geburt anwesend sein
  • Wochenbettstation:  1 Besucher (Vater oder Bezugsperson, die bei der Geburt anwesend war) einmal am Tag 5 Sunden.   
  • Isolierstation (Station S): keine Besuche

  • Familienzimmer werden gestattet unter der Bedingung, dass der Partner überwiegend auf dem Zimmer bleibt.

Virtuelle Kreißsaalführung

Liebe werdende Eltern,

über Jahrzehnte hat im HJK am ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr die Kreißsaalführung stattgefunden, in der Sie Gelegenheit bekamen sich ein Bild von den Räumlichkeiten und der Geburtsphilosophie der Verantwortlichen zu machen. Durch die Versammlungsbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie ist dies aktuell und in den nächsten Monaten nicht möglich. Wir haben daher ein kleines Video gedreht, das Ihnen die Räumlichkeiten im Kreißsaal und auf der Wochenbett-Station vorstellt.


Wenn Sie Interesse haben, klicken Sie einfach auf das Bild. 

Darüber hinaus stellen Sie erfahrungsgemäß  häufig zahlreiche Fragen.
Diese sind hier beantwortet:

FAQ rund um Schwangerschaft, Geburt und Corona

Wir wünschen Ihnen trotz der angespannten Zeit einen weitere gute Schwangerschaft, schöne Geburt und freuen uns, wenn wir Sie in ein paar Wochen oder Monaten in unserem Kreißsaal begrüßen dürfen!

Für das Team
Chefarzt Dr. Joachim Zucker-Reimann


Aus aktuellem Anlass zwei Hinweise in eigener Sache

1.
Corona Virus: Maßnahmen und Vorgehen in unserer Geburtshilfe:


Patientinnen, die ein positives SARS- CoV-2 ( Covid-19) kurz Corona Virus positives Testergebnis aufweisen, können im Herz-Jesu-Krankenhaus entbunden werden.

 

  • Rufen Sie vorher im Kreißsaal an ( Tel. 02501 - 17 7469 ), damit wir einen Kreißsaal vorbereiten.

  • Während der Entbindung werden Sie im Kreißsaal 1 isoliert.

  • Hebammen und Ärzte werden die erforderlichen Schutzmasken und Kittel tragen.

  • Nach der Entbindung werden Sie und Ihr Neugeborenes auf der Isolierstation behandelt und versorgt. Diese dürfen Sie bis zur Entlassung nicht verlassen.

  • Sie dürfen stillen.

  • Ebenfalls positiv getestete Angehörige bzw. andere Personen können bei der Geburt nicht dabei sein.

  • Wenn es Ihnen und Ihrem Neugeborenen gut geht, erfolgt ein möglichst kurzer stationärer Aufenthalt aus Kapazitätsgründen.

  • Individuelle Fragen klären Sie bitte über das Sekretariat ( Tel. 02501 -  17 2461 ).

 

Hinweise von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.

 

2.

PRESSEMITTEILUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GYNÄKOLOGIE UND GEBURTSHILFE E.V. (DGGG)

Berlin, 13. Februar 2020 – Die Deutsche Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie e. V. (DGGG), die Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin e. V. in der DGGG (AGG i. d. DGGG), die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DPGM) e. V., die Deutsche Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e. V. (DGPGM) sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Ärztinnen und Ärzte in der Geburtshilfe und Frauenheilkunde e. V. (BLFG) möchten zur Berichterstattung über „Cytotec zur Geburtseinleitung“ Stellung nehmen.

Es wurde berichtet, dass mit „Cytotec“ ein Magenmedikament zur Geburtseinleitung verwendet wird, das in der Geburtshilfe „umstritten“ ist und in einer „bisher unveröffentlichten Umfrage“ in rund der Hälfte der deutschen Kliniken verwendet wird.

Es ist richtig, dass „Cytotec 200“ ein Medikament ist, das zum Schutz der Schleimhaut des Magens zugelassen wurde. Der Wirkstoff „Misoprostol“, ein Prostaglandin-E1-Analogon, hat wie andere Wirkstoffe auch Effekte an verschiedenen Organen. Es führt so zum Beispiel an der Gebärmutter zu einer Reifung des Gebärmutterhalses und Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur, weshalb es auch zur Geburtseinleitung verwendet wird. Entgegen der Berichterstattung ist der Wirkstoff Misoprostol zur Geburtseinleitung bei geburtshilflichen Experten nicht umstritten, weshalb fast alle Perinatalzentren höchster Ordnung diesen Wirkstoff verwenden. Hierbei wird nicht „Cytotec 200“ genutzt, sondern ein Misoprostol-Präparat geringerer Dosierung.

Die Behauptung, dass sich die Ärzte hierbei lediglich auf „Erfahrungswerte und Anwendungsbeobachtungen stützen“, ist falsch; es gibt keinen Wirkstoff zur Geburtseinleitung, der ähnlich gut in Studien untersucht wurde! Mittlerweile gibt es mehr als 80 randomisiert-kontrollierte Studien zur Verwendung von oralem Misoprostol zur Geburtseinleitung und dutzende randomisiert-kontrollierte Studien zur vaginalen Applikation.
Die Evidenz ist unstrittig: Der Wirkstoff Misoprostol ist das effektivste Medikament zur Geburtseinleitung und führt vor allem bei der oralen Anwendung zu weniger Kaiserschnitten als mit anderen Medikamenten (Dinoproston, Oxytocin).

Es ist korrekt, dass jedes Medikament potenzielle Nebenwirkungen haben kann. Zu den seltenen Nebenwirkungen von Misoprostol gehören erhöhte Temperatur/Fieber, Zittern und Überstimulation. In der Berichterstattung wurde von „in seltenen Fällen verstarben Mütter, nachdem ihre Gebärmutter nach der Gabe von Cytotec gerissen war“ gesprochen und sogar von „vielen mütterlichen Todesfällen“ und „mehrere Babys verstarben“ war die Rede. Diese Einzelfälle betreffen vor allem Geburten, bei denen im Vorfeld eine Operation der Gebärmutter (z. B. Kaiserschnitt, Entfernung von Myomen oder Endometriose) erfolgte. Hier gibt es unabhängig von einer Geburtseinleitung immer das Risiko, dass es zu einer Uterusruptur mit entsprechendem erhöhtem Risiko für Mutter und Kind kommen kann. In dieser Situation darf Misoprostol nicht zur Geburtseinleitung verwendet werden, was seit vielen Jahren bekannt ist und im klinischen Alltag beachtet werden muss. Ebenso dürfen Prostaglandin-Präparate (Misoprostol und Dinoproston) nicht gegeben werden, wenn Wehentätigkeit vorhanden ist, da dies zu Überstimulationen („Wehenstürmen“) führen kann. Komplikationen wie mütterliche und kindliche Todesfälle sowie peripartale Morbidität werden sehr wohl im Rahmen der Qualitätserhebung erfasst und an das IQTIQ (Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen) weitergeleitet.

„Cytotec 200“ ist nicht zur Geburtseinleitung zugelassen worden und darf daher nur im „Off-Label-Use“ hierfür verwendet werden. Da Zulassungsstudien fast aller Medikamente Kinder und Schwangere ausschließen, werden in der Geburtshilfe und Kinderheilkunde überwiegend Antibiotika, Bluthochdruckmittel und Medikamente zur kindlichen Lungenreifung „off-label“ angewendet. Auch die in der Berichterstattung erwähnten „zugelassenen“ Alternativen (Prostaglandine, Oxytocin) zur Geburtseinleitung sind nur in bestimmten Situationen je nach Gebärmutterhalsbefund zugelassen. Nicht erwähnt wurde in der Berichterstattung, dass der Wirkstoff Misoprostol in vielen Ländern zur Geburtseinleitung zugelassen wurde – und somit eher eine Besonderheit in Deutschland besteht. Diese Präparate heißen nicht „Cytotec“, sondern beispielsweise Angusta® oder Vagiprost®. Auch wenn manche internationale Gesundheitsbehörden wie die französische ANSM vor „Cytotec“ warnten, wurde dort das niedriger dosierte Misoprostol-Präparat Angusta® genauso wie in allen skandinavischen Ländern zur Geburtseinleitung zugelassen. Nachdem es bis zum letzten Jahr mit Misodel® ein zugelassenes Misoprostol-Präparat zur Geburtseinleitung in Deutschland gab, soll auch Ende 2020 in Deutschland mit der Zulassung von Angusta® gestartet werden.

Angesichts dieser ganzen Datenlage sind wir irritiert über die aktuelle einseitige Berichterstattung, die zu einer unnötigen und gefährlichen Verunsicherung der Schwangeren und der in die Betreuung der Schwangeren eingebundenen Fachkräfte führt(e).
Die Frauenärztinnen und Frauenärzte in Deutschland engagieren sich seit Jahren für eine hohe Qualität auch in der Geburtshilfe. Daher werden Komplikationen kontinuierlich erfasst und diese an zentrale Stellen gemeldet. Wir können aus den Daten entgegen der Berichterstattung schlussfolgern, dass Frauen, die zur Geburt eingeleitet werden (und keine Gebärmutteroperation in der Anamnese haben) sogar ein niedrigeres Risiko für schwere Komplikationen erleiden. Hinsichtlich der kindlichen Komplikationsraten muss immer das Risiko berücksichtigt werden, das zur Einleitung geführt hat.  
Aktuell ist eine S2k-Leitlinie zur Geburtseinleitung der DGGG, der SGGG  (Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) und der OEGGG (Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) in Erstellung. Nach Sichtung der Literatur wird die Verwendung von Misoprostol zur Geburtseinleitung in der DACH-Region im Einklang mit den  anderen internationalen Leitlinien, z. B. USA (ACOG, American College of Obstetricians), Kanada (SOGC, Society of Obstetricians and Gynaecologists of Canada), Großbritannien (NICE, National Institute for Health and Care Excellence) und Frankreich (CNGOF, French national college of obstetricians and gynecologists), sowie der FIGO (International Federation of Gynaecology and Obstetrics) und der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization) empfohlen werden.

Die Stellungnahme wurde von Prof. Dr. med. habil. Sven Kehl und Prof. Dr. med. Michael Abou-Dakn verfasst.


Auch im Herz-Jesu-Krankenhaus erfolgt seit Jahren den Empfehlungen der WHO ( World Health Organisation ) und der DGGG gemäß die Anwendung von Misoprostol ( Cytotec®) im Off Label Use zur Geburtseinleitung, Reifung des Gebärmutterhalses bei Fehlgeburten und zur Vorbereitung vor Spiralen-Entfernung ( z.B. wenn der Faden abgerissen ist ).

Gelangen wir nach den Untersuchungen  und im Gespräch mit Ihnen zur Überzeugung, dass eine Geburtseinleitung notwendig ist, werden wir -  wie seit Jahren mit Erfolg praktiziert - weiterhin alle sinnvollen und möglichen Geburtseinleitungsverfahren bzw. -Medikamente mit Erfolgschancen, Nachteilen, Risiken und Nebenwirkungen mit Ihnen besprechen und zu einer Vereinbarung gelangen, wie individuell vorgegangen werden soll.
CA Dr. Joachim Zucker-Reimann


Erfahren Sie mehr zur Geburt im Herz-Jesu-Krankenhaus

Sekretariat

Sylvia Berg
Tel: 0 25 01-17 24 61

Vanessa Huesmann
Tel: 0 25 01-17 24 63

Fax: 0 25 01-17 24 76

E-Mail an die Geburtshilfe

 

Weitere Telefonnummern:

  • Station 4a: 0 25 01-17 23 41
  • Kreißsaal: 0 25 01-17 24 69
  • Hebammenzimmer und Anmeldung zur Geburt: 0 25 01-17 24 69

Für werdende Eltern

Unser Infoabend mit Kreißsaalführung findet

jeden 1. Dienstag im Monat
19 bis etwa 21 Uhr

statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bitte folgen Sie der Beschilderung, die Sie zum Vortragssaal leitet.